Shimano GRX: Was 44/46 Zähne und kurze Kurbeln bringen

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Shimano GRX Kurbel mit 46-Zähne-Kettenblatt als dunkle violette technische Tretmaschine-Illustration

Gravel Technik · Shimano GRX

Shimano erweitert GRX um 44- und 46-Zähne-Kettenblätter sowie 160- und 165-mm-Kurbeln. Beides schafft mehr Auswahl – löst aber zwei völlig verschiedene Fragen: die passende Übersetzung und den passenden Tritt.

44 ZähneMehr Reserve bei hohem Tempo als mit 40 oder 42 Zähnen, ohne direkt die größte Variante zu wählen.
46 ZähneDie längste neue GRX-Option für flaches, schnelles Terrain und einen klaren Race-Fokus.
160 / 165 mmNeue kurze Kurbeloptionen zum gezielteren Abstimmen von Sitzposition, Trittfrequenz und Komfort.
40 / 42 bleibenDie bisherigen Größen bleiben für steile Strecken, Gepäck und eine leichtere Bergübersetzung relevant.

Zwei Neuheiten, zwei unterschiedliche Aufgaben

Die wichtigste Trennung zuerst: Ein größeres Kettenblatt und eine kürzere Kurbel sind keine zwei Stufen desselben Tunings. Das Kettenblatt verändert die Übersetzung. Die Kurbellänge verändert den Bewegungsradius der Beine und damit den Bike-Fit. Wer beide Themen vermischt, bestellt schnell eine sportlich klingende Kombination, die zur eigenen Strecke oder Sitzposition gar nicht passt.

Shimano ergänzt die bisherigen 40- und 42-Zähne-GRX-Kettenblätter um 44 und 46 Zähne. Gleichzeitig kommen bei der GRX RX810 zu 170, 172,5 und 175 mm neue Kurbelarmlängen von 160 und 165 mm hinzu. Damit wächst die Auswahl nicht nur nach „schneller“, sondern auch in Richtung individueller Passform.

Tretmaschine-Einordnung: 44 oder 46 Zähne beantworten die Frage „Wie lang soll meine Übersetzung sein?“. 160 oder 165 mm beantworten die Frage „Wie groß soll mein Tretkreis sein?“. Das eine ersetzt das andere nicht.

40, 42, 44 oder 46 Zähne: Was passt zu wem?

40 ZähneDie kletterfreundlichste der vier genannten GRX-Größen. Sinnvoll, wenn steile Schotteranstiege, schweres Gepäck oder lange Touren wichtiger sind als das letzte Stück Übersetzung bei hohem Tempo.
42 ZähneDer vielseitige Mittelweg für gemischte Strecken. Gegenüber 40 Zähnen etwas länger übersetzt, ohne so klar in Richtung flach und schnell zu gehen wie 44 oder 46.
44 ZähneInteressant für schnelle Gravel-Runden mit viel Asphalt, festen Wegen und moderaten Anstiegen. Es verschiebt den nutzbaren Bereich nach oben, kostet aber entsprechend leichte Gänge.
46 ZähneDie konsequenteste neue Race-Option. Sie passt vor allem, wenn hohes Tempo regelmäßig wichtiger ist als maximale Bergreserve.

Welche Geschwindigkeit eine bestimmte Größe tatsächlich ermöglicht, hängt immer auch von Kassette, Laufrad, Reifen und Trittfrequenz ab. Deshalb wäre „46 Zähne sind schneller“ zu kurz gegriffen: Das größere Blatt stellt eine längere Übersetzung bereit. Nutzen kann sie nur, wer Strecke, Leistung und Kassette passend dazu mitbringt.

Shimano nennt außerdem eine geringere Kettenbewegung und damit potenziell etwas weniger Reibung als Vorteil größerer Kettenblätter. Für die Kaufentscheidung ist der wesentlich greifbarere Unterschied aber die Übersetzung: Wer häufig am Berg den leichtesten Gang benötigt, sollte den Wechsel auf 44 oder 46 Zähne nicht allein wegen eines vermeintlichen Effizienzgewinns wählen.

Was bringen 160 oder 165 mm Kurbeln?

Kürzere Kurbeln verkleinern den Kreis, den Fuß, Knie und Hüfte bei jeder Umdrehung beschreiben. Shimano nennt als mögliche Vorteile eine höhere Trittfrequenz, einen gleichmäßigeren Tritt und bei manchen Fahrerinnen und Fahrern weniger Gelenkbelastung. Hinzu kommt mehr Pedalfreiheit – auf unruhigem Untergrund kann das ein praktischer Nebeneffekt sein.

Das bedeutet nicht, dass 160 oder 165 mm automatisch besser sind. Längere Kurbeln bieten mehr Hebel und können bei niedriger Trittfrequenz und hohem Drehmoment sinnvoll sein. Die passende Länge hängt laut Shimano von Beinlänge, bevorzugter Kadenz und Beweglichkeit ab. Eine professionelle Anpassung ist deshalb hilfreicher als eine pauschale Zuordnung nach Körpergröße.

Wichtig für die Praxis: Eine kürzere Kurbel macht die Übersetzung nicht leichter. Wer gleichzeitig ein größeres Kettenblatt montiert, verlängert die Übersetzung sogar. Komfort- und Fit-Ziel sollten daher zuerst geklärt werden; erst danach folgt die passende Abstufung für das eigene Gelände.

Kompatibilität: breit angekündigt, trotzdem genau prüfen

Shimano beschreibt die neuen Kettenblätter als kompatibel mit bestehenden GRX-Kurbeln und nennt ausdrücklich 1x- und 2x-Systeme sowie 600er- und 800er-Serien. Das ist eine erfreulich breite Aussage. Vor dem Kauf sollte trotzdem die konkrete Teilezuordnung geprüft werden: vorhandene Kurbel, 1x- oder 2x-Aufbau, Schaltstufen und Kettenblatt-Ausführung müssen als System zusammenpassen.

Auch bei einem Komplettrad lohnt der Blick auf das tatsächliche Setup. Das Cannondale Topstone Carbon 3 GRX 1x und das Topstone Carbon 3 GRX 2x zeigen schon im Namen, dass GRX nicht nur eine einzige Antriebskonfiguration meint. Das Raymon Territ Pro mit GRX setzt die Gruppe wiederum in einem anderen Gravel-Konzept ein.

Wann lohnt sich welches Update?

  • 44 oder 46 Zähne: wenn du auf flachen, schnellen Strecken regelmäßig am oberen Ende deiner aktuellen Übersetzung fährst.
  • Bei 40 oder 42 bleiben: wenn steile Anstiege, Gepäck oder eine entspannte Tourenübersetzung wichtiger sind.
  • 160 oder 165 mm prüfen: wenn Hüftwinkel, Kniebewegung, hohe Kadenz oder Pedalfreiheit ein konkretes Fit-Thema sind.
  • Nicht blind kombinieren: ein größeres Blatt und eine kürzere Kurbel verfolgen verschiedene Ziele und sollten getrennt entschieden werden.

Unsere Einordnung

Die neuen Größen sind vor allem deshalb relevant, weil sie GRX genauer abstimmbar machen. 44 und 46 Zähne schließen die Lücke für schnelle Gravelbikes, während 160 und 165 mm eine echte zusätzliche Stellschraube beim Bike-Fit schaffen. Für viele Fahrer bleibt 40 oder 42 Zähne trotzdem die vernünftigere Wahl – besonders auf hügeligen Strecken oder mit Gepäck.

Wer neu kauft, sollte deshalb nicht nur nach „GRX“ filtern, sondern nach Einsatzgebiet, 1x/2x-Aufbau und Übersetzungsreserve. In unserer Gravelbike-Auswahl findest du unterschiedliche Konzepte. Eine Beratung mit Probefahrt hilft, Sitzposition und Übersetzung gemeinsam zu bewerten. Wie verschieden Gravel-Technik gedacht werden kann, zeigt auch unser Beitrag zum Raymon Territ Auto Street mit Shimano Q’AUTO.

Offizielle Shimano-Quellen, abgerufen am 24. September 2026: Built To Fit How You Ride, GRX Komponentenfamilie, Short-Crank-Curious? und Guide zu GRX 1x und 2x.

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