Bosch 120‑Nm‑Update: Welche FOCUS E‑Bikes kompatibel sind

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FOCUS JAM²: Rahmen und Bosch-Antrieb im feinen violetten Tretmaschine-Zeichenstil

E‑Bike Technik · Bosch Performance Upgrade 2.0

Seit dem 4. Mai 2026 kann Bosch bei ausgewählten Antrieben bis zu 120 Nm freischalten. Bei FOCUS entscheidet aber nicht allein der Schriftzug „Performance Line CX“: Modell, Modelljahr und Herstellerfreigabe müssen zusammenpassen. Wir zeigen, welche Bikes bereit sind – und welche ausdrücklich nicht.

bis 120 NmDas maximale Drehmoment ist ein einstellbarer Höchstwert, keine neue Werkseinstellung für jedes Bike.
bis 600 %Die maximale Unterstützung steht laut Bosch nur bis 15 km/h und in ausgewählten Fahrmodi bereit.
BDU38FOCUS nennt CX- und CX‑R-Antriebe dieser Generation als technische Basis.
Freigabe zähltDer Fahrradhersteller kann die Maximalwerte begrenzen; die Flow App zeigt den erlaubten Rahmen.

Was das Bosch 120‑Nm‑Update wirklich freischaltet

Das „Performance Upgrade 2.0“ ist eine Software-Optimierung für ausgewählte Antriebe des smarten Systems. Bosch nennt maximal 120 Nm Drehmoment, eine stärkere Beschleunigung, bis zu 600 Prozent Unterstützung sowie ein direkteres Ansprechverhalten. Für Letzteres spannt die Software den Antriebsstrang vor und reduziert den Leerweg in Motor- und Hinterradfreilauf.

Der große Wert ist trotzdem kein Dauerzustand. Die Performance Line CX BDU384Y wird weiterhin mit 85 Nm, 600 Watt und 340 Prozent Unterstützung ausgeliefert; bei der CX‑R BDU386Y sind es serienmäßig 100 Nm, 750 Watt und 400 Prozent. Die höheren Werte können innerhalb der Herstellerfreigabe individuell eingestellt werden.

Entscheidend: Ein Bosch-CX-Motor allein reicht nicht als Kompatibilitätsnachweis. FOCUS veröffentlicht eine eigene Freigabeliste – inklusive Varianten, die trotz ähnlicher Modellbezeichnung ausgeschlossen bleiben.

Diese FOCUS E‑Bikes sind kompatibel

FOCUS nennt sieben Modellgruppen. Die Unterschiede liegen oft in einem kleinen Zusatz wie „X“, „EQP“ oder „FS“. Gerade deshalb lohnt ein Blick auf die vollständige Modellbezeichnung und das Modelljahr.

Baureihe Freigegeben Ausnahme
JAM² alle Modelle ab Modelljahr 2025 keine von FOCUS genannte Modellausnahme
SAM² alle Modelle ab Modelljahr 2025 keine von FOCUS genannte Modellausnahme
THRON² alle Modelle ohne EQP ab Modelljahr 2025 EQP separat prüfen
THRON² EQP 6.7 EQP ab Modelljahr 2025 6.8 EQP ist nicht freigegeben
JARIFA² 6.7 X und 6.8 ab Modelljahr 2026 6.7 ohne X ist nicht freigegeben
AVENTURA² 6.7 X, 6.8 und 6.9 ab Modelljahr 2026 6.7 ohne X ist nicht freigegeben
AVENTURA² FS 6.8 und 6.9 ab Modelljahr 2026 6.7 ist nicht freigegeben

Für die sportliche Seite führen wir die freigegebenen Modellfamilien in unserer FOCUS-Auswahl und in der Kategorie vollgefederte E‑MTBs. Konkrete kompatible Beispiele aus dem Shop sind das FOCUS JAM² 6.8 mit 800 Wh, das FOCUS JAM² 6.7 mit 800 Wh und das FOCUS THRON² 6.7 mit 800 Wh.

Warum ähnlich klingende Modelle ausgeschlossen bleiben

Die Freigabe hängt am kompletten System und nicht nur am Motoraufkleber. Bosch erlaubt dem Fahrradhersteller, das maximal einstellbare Drehmoment per Werkseinstellung zu begrenzen. In der Flow App lässt sich deshalb nur der Wert wählen, den der Hersteller für das konkrete Bike bestimmt hat.

Das erklärt die scheinbar kleinen, aber wichtigen Unterschiede: Ein THRON² 6.7 EQP ist laut FOCUS kompatibel, ein 6.8 EQP nicht. Beim JARIFA² und AVENTURA² ist die Variante 6.7 X freigegeben, die 6.7 ohne X dagegen nicht. Wer nur die Baureihe oder den Motornamen prüft, kann also zur falschen Antwort kommen.

Was 120 Nm auf dem Trail verändern

Mehr Drehmoment hilft besonders dann, wenn bei niedriger Trittfrequenz viel Vortrieb gefragt ist: an steilen Rampen, auf technischen Anstiegen oder beim Wiederanfahren am Hang. Die stärkere Unterstützung kann ein schweres System aus Bike, Fahrer und Gepäck leichter in Bewegung bringen. Das direktere Ansprechverhalten zielt zugleich auf präzisere Kontrolle, weil der Kraftschluss schneller aufgebaut wird.

Die maximal 600 Prozent Unterstützung sind laut Bosch auf Geschwindigkeiten bis 15 km/h und auf ausgewählte Fahrmodi begrenzt. Auch die Dauer der maximalen Leistung von 750 Watt ist variabel: Kühlung, Akkuladestand, Außentemperatur und eingesetzter Akku spielen hinein. „120 Nm“ ist deshalb ein Spitzenwert innerhalb eines geregelten Systems – keine pauschale Leistungszusage für jede Fahrsituation.

Mehr Leistung kostet Reichweite und Material

Bosch und FOCUS weisen beide auf denselben Zielkonflikt hin: Wer die höheren Performance-Werte regelmäßig abruft, reduziert die Reichweite und erhöht den Verschleiß. Das betrifft nicht nur den Akkuverbrauch. Größere Kräfte wirken auch auf Kette, Kassette, Kettenblatt, Reifen und weitere Antriebsteile.

Das Upgrade ist daher vor allem zusätzliche Reserve. Auf Touren oder in flachem Gelände kann eine moderatere Abstimmung angenehmer und effizienter sein. Im technischen Uphill lässt sich die höhere Unterstützung gezielt nutzen. Die passende Einstellung hängt stärker vom Einsatz als von der größtmöglichen Zahl ab.

So kommt das Update aufs kompatible FOCUS Bike

FOCUS empfiehlt, verfügbare Firmware-Updates zu installieren. Das geht über die Bosch eBike Flow App oder beim FOCUS-Fachhändler. Laut FOCUS ist das 120‑Nm‑Upgrade ab App-Version 1.35 verfügbar; eine inzwischen neuere App-Version schließt die Funktion selbstverständlich ein.

  • Modell vollständig prüfen: Baureihe, Ausstattungsstufe, mögliche Zusätze wie X, EQP oder FS und das Modelljahr müssen stimmen.
  • System aktualisieren: Die Flow App und die Firmware des E‑Bikes auf den aktuellen Stand bringen.
  • Freigegebenen Bereich ansehen: In der App erscheint nur die von FOCUS erlaubte Maximalleistung.
  • Abstimmung bewusst wählen: Drehmoment und Unterstützung müssen zum Untergrund, Fahrstil und gewünschten Verhältnis aus Reichweite und Reserven passen.

Tretmaschine-Einordnung

Das Bosch 120‑Nm‑Update macht ein kompatibles FOCUS nicht automatisch „besser“, aber vielseitiger abstimmbar. Wer häufig steile technische Anstiege fährt, mit höherem Systemgewicht unterwegs ist oder beim Anfahren am Berg mehr Reserve braucht, kann den zusätzlichen Schub sinnvoll nutzen. Für lange Touren und entspannte Wege bleiben niedrigere Werte oft die ausgewogenere Wahl.

Am wichtigsten ist die saubere Modellprüfung. Besonders bei THRON² EQP, JARIFA² und AVENTURA² reicht ein Blick auf die Baureihe nicht. Wir gleichen bei einer persönlichen Beratung mit Probefahrt deshalb Modelljahr, genaue Variante, Softwarestand und Einsatzzweck miteinander ab.

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