E‑Urbanbike · 9. Oktober 2026
Cannondale FlyingV 1 oder 2? Rahmen, Bosch-Antrieb, Akku und Riemen sind nahezu gleich. Der entscheidende Unterschied steckt in der Schaltung: elektronisches Nexus Di2 beim FlyingV 1, mechanische Nexus-Bedienung beim FlyingV 2.
Was FlyingV 1 und FlyingV 2 gemeinsam haben
Beide Modelle basieren auf derselben ungewöhnlichen Urban-Plattform: Rahmen, Gabel und sogar die vollflächigen Schutzbleche bestehen aus Carbon. Dazu kommen ein tief gezogenes Oberrohr, ein integrierter Gepäckträger mit 18 Kilogramm Freigabe und 700C-Laufräder mit 50 Millimeter breiten Reifen.
Auch beim E-System gibt es keinen Leistungsunterschied. Cannondale kombiniert den Bosch Performance Line SX mit bis zu 60 Nm und 600 Watt Spitzenleistung mit einer CompactTube-Batterie mit 400 Wh. Der saubere Gates-CDX-Riemenantrieb gehört ebenfalls bei beiden Modellen zum Grundkonzept.
Wann bringt Di2 im Stadtverkehr einen echten Vorteil?
Der Di2-Mehrwert entsteht nicht durch mehr Übersetzungsstufen. Beide FlyingV-Versionen besitzen fünf Gänge und können dank Nabenschaltung auch im Stand den Gang wechseln. Beim Cannondale FlyingV 1 wird der Schaltvorgang jedoch elektronisch ausgelöst. Das reduziert den Kraftaufwand am Schalthebel und schafft die technische Voraussetzung für die von Cannondale genannte Automatikoption.
Das ist besonders im häufigen Stop-and-go interessant: Wer an Ampeln, Kreuzungen und kurzen Anstiegen möglichst wenig über die Gangwahl nachdenken möchte, bekommt beim FlyingV 1 das komfortorientiertere Bedienkonzept. Wichtig bleibt die saubere Abgrenzung: Cannondale beschreibt automatisiertes Schalten als Option – nicht als pauschal aktivierte Serienfunktion jedes FlyingV 1.
Warum das FlyingV 2 nicht die abgespeckte Plattform ist
Beim FlyingV 2 in Tungsten Blue und beim FlyingV 2 in Tiger Eye bleiben die aufwendigen Kernelemente erhalten: Vollcarbon-Chassis, Carbon-Schutzbleche, Bosch SX, 400 Wh, Riemenantrieb, integrierte Beleuchtung und der schlanke Gepäckträger.
Der Unterschied liegt vor allem in der Bedienung. Wer bewusst selbst schalten möchte und einen mechanischen Trigger bevorzugt, verliert beim FlyingV 2 weder die wartungsarme Nabenschaltung noch den leisen Riemenantrieb. Cannondale nennt außerdem für beide Versionen eine Smartphone-Anbindung über die SPC+-Aufnahme am Vorbau und den AppTag.
400 Wh: passend leicht oder zu knapp?
Der 400-Wh-Akku ist Teil des Leichtbaukonzepts. Cannondale nennt in einer offiziellen FlyingV-Story bis zu 115 Kilometer Reichweite. Das ist eine Herstellerangabe unter günstigen Bedingungen, keine feste Alltagsgarantie: Temperatur, Unterstützungsstufe, Fahrergewicht, Höhenmeter, Reifendruck und Gepäck verändern die reale Reichweite deutlich.
Für tägliche Stadtwege kann 400 Wh sehr gut zum agilen Konzept passen. Wer dagegen regelmäßig lange Touren mit vielen Höhenmetern plant und möglichst selten laden möchte, sollte das FlyingV nicht allein nach seiner Carbon-Bauweise auswählen. In der Auswahl unserer E‑Urbanbikes lassen sich auch Modelle mit anderen Akku- und Komfortschwerpunkten vergleichen.
Für wen passt welches Cannondale FlyingV?
- FlyingV 1: für häufiges Stop-and-go, elektronische Bedienung und den gezielten Wunsch nach der möglichen Automatikfunktion.
- FlyingV 2: für Fahrerinnen und Fahrer, die das Carbon-, Bosch- und Riemenkonzept möchten, aber bewusst mechanisch schalten.
- Beide: für sportlich-aufrechte urbane Nutzung, Pendelstrecken und Alltag mit moderater Gepäckzuladung.
- Anderes Konzept prüfen: wenn ein besonders großer Akku, maximale Gepäcklast oder lange Touren klar wichtiger sind als geringes Gewicht und Designintegration.
Ein belastbarer Gewichtsunterschied lässt sich aus den deutschen Cannondale-Produktseiten nicht ableiten, weil dort kein vollständiges fahrfertiges Gewicht für beide Modelle ausgewiesen wird. Die Wahl sollte deshalb nicht auf einer unbelegten Kilogramm-Annahme beruhen, sondern auf Schaltkomfort, täglicher Strecke und gewünschter Bedienung.
Weitere Modelle findest du auf unserer Cannondale Markenseite.
Fazit
FlyingV 1 und 2 trennen nicht zwei unterschiedliche Fahrradkonzepte. Der hochwertige Carbon-Rahmen, der Bosch-SX-Antrieb, der 400-Wh-Akku und der Gates-Riemen sind gleich gedacht. Das FlyingV 2 ist damit die konsequente Wahl für mechanisches Schalten. Das FlyingV 1 rechtfertigt seine Position vor allem über Nexus Di2 und die mögliche Automatisierung – sinnvoll für Komfortfans, aber kein Muss für alle.