Neuheiten 2026 · E-MTB-Vergleich
Amflow PX oder PR? Auf den ersten Blick stehen hier zwei ähnlich kompromisslose Mullet-Fullys mit 160 Millimetern Federweg vorn. In der Praxis verfolgen sie aber unterschiedliche Ideen: Das PX legt den Schwerpunkt auf geringes Systemgewicht, einen fest integrierten Akku und maximale Fahrdynamik. Das PR setzt auf einen entnehmbaren 800-Wh-Akku und damit auf flexible lange Tage, Ladepausen abseits des Bikes und schnelle Akkuwechsel.
PX und PR: dieselbe Basis, anderer Schwerpunkt
Amflow hat beide Plattformen am 9. April 2026 vorgestellt. Gemeinsam sind ihnen ein Carbonrahmen, ein Mullet-Setup mit 29-Zoll-Vorderrad und 27,5-Zoll-Hinterrad, 160 Millimeter Federweg an der Gabel sowie bis zu 40 Geometriekombinationen. Auch das Avinox-Ökosystem mit OLED-Display und Funk-Controllern gehört zur gemeinsamen technischen Basis. Einen Überblick über die bei Tretmaschine geführten Modelle gibt unsere Amflow-Markenseite.
Der entscheidende Unterschied steckt nicht in einer einzelnen Zahl, sondern im Systemgedanken. Das PX nutzt eine fest integrierte 700-Wh-Batterie und die Avinox-M2S-Antriebseinheit in beiden Ausstattungsstufen. Das PR baut um einen entnehmbaren 800-Wh-Akku herum. Beim PR Carbon arbeitet laut aktueller Amflow-Spezifikation der M2 mit bis zu 125 Nm, beim PR Carbon Pro der M2S mit bis zu 150 Nm. Damit lohnt es sich, beim Vergleich immer auch die jeweilige Ausstattungsstufe mitzudenken.
Amflow PX: leicht und direkt
Amflow bezeichnet das PX als Performance-All-Mountain-E-Bike. Der Rahmen wird mit 2,4 Kilogramm angegeben; das PX Carbon Pro startet laut Hersteller bei 20,6 Kilogramm als Komplettbike. Die 700-Wh-Batterie sitzt fest integriert im Rahmen, geladen wird serienmäßig mit dem 508-W-Schnellladegerät. Das Konzept passt zu Fahrern, denen niedriges Gewicht, präzises Handling und wiederholte technische Anstiege wichtiger sind als ein herausnehmbarer Akku.
Das aktuelle Amflow PX Carbon bei Tretmaschine zeigt die bodenständigere der beiden PX-Ausstattungen mit M2S-Antrieb, 160-mm-Fahrwerk und Mullet-Laufrädern.
Amflow PR: Akku-Flexibilität zuerst
Das PR ist um den entnehmbaren 800-Wh-Akku konstruiert. Das erleichtert Laden in Wohnung, Büro oder Unterkunft und ermöglicht bei langen Einsätzen einen Akkuwechsel. Der Carbonrahmen wiegt laut Amflow rund 2,9 Kilogramm. Apple „Wo ist?“ ist nach Herstellerangabe exklusiv in der PR-Familie integriert; SmoothShift ermöglicht mit dem elektronischen SRAM-Schaltwerk Gangwechsel beim Rollen.
Das Amflow PR Carbon bei Tretmaschine verbindet diesen Wechselakku mit der M2-Antriebseinheit und markiert damit den preislich und leistungsmäßig ruhigeren Einstieg in die PR-Familie.
Der Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Amflow PX | Amflow PR |
|---|---|---|
| Einsatzgebiet | \nPerformance-All-Mountain, leichtes Full-Power-Konzept | \nLange All-Mountain- und Enduro-Tage mit flexibler Akkuorganisation | \n
| Akku | \n700 Wh, fest integriert | \n800 Wh, entnehmbar | \n
| Motor | \nM2S in Carbon und Carbon Pro, bis 150 Nm | \nM2 im Carbon bis 125 Nm; M2S im Carbon Pro bis 150 Nm | \n
| Gewichtsangabe | \n2,4-kg-Rahmen; PX Carbon Pro ab 20,6 kg | \nRahmen rund 2,9 kg; Komplettgewicht abhängig von Ausführung | \n
| Geometrie | \nbis 40 Kombinationen; in der Grundstellung etwas länger, steilerer Sitzwinkel, tieferes Tretlager | \nbis 40 Kombinationen; Grundstellung geringfügig kompakter und aufrechter | \n
| Smart-Fokus | \n4G-IoT und Offline-Routennavigation | \nApple „Wo ist?“ und Akkuentnahme | \n
Die Werte beziehen sich auf die aktuellen offiziellen Amflow-Angaben. Komplettbike-Gewichte hängen von Rahmengröße und Ausstattung ab; eine Rahmenangabe und ein fahrfertiges Komplettgewicht sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
Geometrie: mehr als nur 40 Einstellungen
Beide Plattformen kombinieren fünf Lenkwinkeleinstellungen, zwei Tretlagerhöhen und vier Kettenstrebenlängen. Rechnerisch entstehen daraus bis zu 40 Konfigurationen. Das ist kein Gimmick: Kürzere Kettenstreben und ein höheres Tretlager machen ein Bike wendiger und geben mehr Bodenfreiheit; länger, flacher und tiefer bringt auf schnellen, steilen Passagen mehr Ruhe.
In Größe M zeigen die offiziellen Grundwerte die Richtung. Das PX hat 455 Millimeter Reach, 64,2 Grad Lenkwinkel, 78 Grad effektiven Sitzwinkel und 345,5 Millimeter Tretlagerhöhe. Beim PR sind es 452 Millimeter Reach, 64,5 Grad Lenkwinkel, 77 Grad effektiver Sitzwinkel und 349,5 Millimeter Tretlagerhöhe. Das PX startet also minimal länger, vorn etwas flacher und im Sitzwinkel steiler. Das PR beginnt geringfügig kompakter und höher. Die Unterschiede sind klein, aber auf dem Trail spürbarer als die Zahlen vermuten lassen.
Wer beide Modelle innerhalb des gesamten Segments einordnen möchte, findet in unserer Kategorie E-MTB Fully den passenden Vergleichsrahmen.
Gewicht: der wichtigste Zahlen-Fallstrick
Beim PX liefert Amflow zwei gut verständliche Größen: 2,4 Kilogramm für den Carbonrahmen und 20,6 Kilogramm als Startwert für das PX Carbon Pro. Beim PR nennt die Produktseite rund 2,9 Kilogramm für den Rahmen der Größe M einschließlich Hauptrahmen, Hinterbau, Links, Lager und Schrauben. Daraus lässt sich kein seriöser pauschaler Gewichtsunterschied der fahrfertigen Räder ableiten.
Für die Kaufentscheidung bleibt die Tendenz trotzdem klar: Das PX ist die auf Leichtbau und Dynamik zugespitzte Plattform. Das PR akzeptiert konstruktiven Mehraufwand für den entnehmbaren Akku. Entscheidend ist deshalb nicht nur, welches Rad auf der Waage leichter ist, sondern welches Akku- und Nutzungskonzept den Alltag tatsächlich einfacher macht.
Akku und Laden: fest integriert oder entnehmbar?
PX: 700 Wh und schnelles Laden
Die 700-Wh-Batterie des PX ist vollständig integriert. Amflow kombiniert sie mit einem 508-W-Ladegerät und spricht beim Laden von 0 auf 80 Prozent von etwa dreifacher Geschwindigkeit gegenüber dem 168-W-Lader. Das passt zu Fahrern, die das komplette Bike bequem an eine Steckdose bringen und zwischen zwei Runden zügig nachladen können.
PR: 800 Wh zum Herausnehmen
Beim PR lässt sich der 800-Wh-Akku entnehmen. Das ist in Keller, Wohnung, Transporter oder Hotelzimmer ein echter praktischer Vorteil. Der PR Carbon kommt in der aktuellen Spezifikation mit 168-W-Lader, der PR Carbon Pro mit 508-W-Schnelllader. Zusätzlich nennt Amflow eine optionale RS600-Batterie als externe Erweiterung, schränkt deren Kompatibilität aber je nach Rahmen- und Modellgröße ein. Wer diese Lösung plant, sollte die konkrete Konfiguration vorab prüfen.
Welches Amflow passt zu wem?
- PX wählen, wenn ein möglichst leichtes Full-Power-E-MTB, der M2S in jeder Ausstattung und ein fest integrierter 700-Wh-Akku zum eigenen Ladealltag passen.
- PR wählen, wenn der Akku regelmäßig außerhalb des Bikes geladen werden soll, 800 Wh wichtiger sind als das letzte Kilo und lange oder mehrtägige Einsätze im Vordergrund stehen.
- Die Ausstattung genau ansehen: Besonders beim PR verändert der Sprung von Carbon zu Carbon Pro nicht nur Fahrwerk und Bremsen, sondern auch den Motor von M2 auf M2S.
Wer tiefer in die nächste Avinox-Generation einsteigen möchte, findet im Beitrag zum Avinox MG Concept mit Motor und Getriebe die technische Zukunftsperspektive hinter dem aktuellen Antriebssystem.
Tretmaschine-Einordnung
\nDie Geometrieverstellung macht beide breit einsetzbar, ersetzt aber keine passende Rahmengröße und kein sauberes Setup. Genau dort entscheidet sich, ob sich ein Rad nur schnell liest oder auf dem eigenen Trail wirklich richtig anfühlt.