E‑MTB Neuheit · Raymon Durok 2027
Das Raymon Durok 2027 setzt nicht auf ein empfindliches Leichtbaukonzept. Stattdessen kombiniert Raymon einen robusten Aluminiumrahmen mit 150 Millimetern Federweg, Avinox-Antrieb und einem entnehmbaren 800‑Wh‑Akku. Genau diese Mischung macht das neue Fully für lange Trail-Tage interessant.
Raymon Durok 2027: ein Full‑Power-Bike für die Praxis
Die Grundidee des Durok ist angenehm eindeutig: viel Unterstützung bergauf, genügend Fahrwerksreserve bergab und ein Aufbau, der den regelmäßigen Einsatz nicht unnötig kompliziert. Raymon positioniert das Rad für lange Anstiege, harte Trails und Touren, bei denen Zuverlässigkeit wichtiger ist als die letzte eingesparte Zahl auf der Waage.
Damit ergänzt das Durok die Raymon E‑Bikes bei Tretmaschine um ein eigenständiges Konzept. Der Aluminiumrahmen und der entnehmbare Akku grenzen es bewusst von vielen fest integrierten Carbon-Fullies ab. Wer generell nach einem vollgefederten E‑Mountainbike sucht, findet den größeren Überblick in unserer Kategorie E‑MTB Fully.
Der entnehmbare 800‑Wh‑Akku verändert den Alltag
Raymon verbaut die neue Avinox RS800 mit 800 Wh. Anders als bei zahlreichen sportlichen E‑MTBs bleibt der Energiespeicher nicht dauerhaft im Unterrohr: Er kann entnommen und in Wohnung, Haus oder Garage geladen werden. Das ist besonders praktisch, wenn am Fahrradstellplatz keine Steckdose vorhanden ist oder das komplette Bike nicht in Wohnräume getragen werden soll.
Die Kapazität ist auf lange Touren und viele Höhenmeter ausgelegt. Eine feste Kilometerzahl wäre trotzdem unseriös, denn Reichweite hängt unter anderem von Fahrergewicht, Höhenprofil, Temperatur, Untergrund, Reifendruck und Unterstützungsstufe ab. Der echte Vorteil ist deshalb gut greifbar: 800 Wh stehen bereit, ohne dass das Durok beim Laden an einen festen Stellplatz gebunden bleibt.
Avinox M2S und M2: zwei Leistungsstufen sauber trennen
Auf der offiziellen Durok-Seite zeigt Raymon beide Full‑Power-Antriebe. Der Avinox M2S wird mit bis zu 150 Nm Drehmoment, 1.500 Watt Spitzenleistung im Boost-Modus, maximal 800 Prozent Unterstützung und 2,6 Kilogramm Motorgewicht angegeben. Für den Avinox M2 nennt Raymon bis zu 125 Nm, 1.100 Watt Spitze und 2,65 Kilogramm.
Wichtig ist die Trennung: Diese Werte beschreiben zwei Motorvarianten und dürfen nicht pauschal jedem Durok zugeschrieben werden. Wer ein konkretes Modell auswählt, sollte deshalb die jeweilige Ausstattung prüfen. Einen tieferen Blick auf die nächste Entwicklungsstufe mit integriertem Getriebe bietet unser Beitrag zum Avinox MG Concept; das Durok nutzt dagegen die heute gezeigten M2S- beziehungsweise M2-Antriebe.
150 Millimeter: Trailbike und Enduro in einer Mitte
Alle drei Durok-Varianten werden mit 150 Millimetern Federweg vorne und hinten geführt. Raymon zielt damit auf ein breites Fenster: sensibel genug für kleine Schläge, stabil auf schnellen und rauen Passagen und mit Reserven für steilere, technischere Abfahrten. Gleichzeitig soll die Geometrie bergauf aktiv bleiben und sich ohne langwieriges Setup vertraut anfühlen.
Das ist keine reine Bikepark-Abstimmung und auch kein besonders leichtes Touren-Fully. Die 150 Millimeter markieren vielmehr die Mitte zwischen agilem Trailbike und laufruhigem Enduro. Für die Praxis bedeutet das: Das Durok möchte auf der Feierabendrunde ebenso funktionieren wie auf längeren alpinen Tagen, ohne dass vor jeder Ausfahrt viele Einstellungen verändert werden müssen.
Aluminium als bewusste Entscheidung
Beim Rahmen setzt Raymon auf hydrogeformtes AL61‑T6 Aluminium mit optimierten Wandstärken und ausgewählten Rohrquerschnitten. Geglättete Schweißnähte sollen die Lastverteilung unterstützen und zugleich für eine ruhige Optik sorgen. Der Hersteller verweist außerdem auf umfangreiche Labortests, die über normale Fahrbelastungen hinausgehen.
Auch bei der Wartung ist die Richtung klar: gut erreichbare Premium-Lager, standardisierte Hardware und eine durchdachte Kabelverlegung sollen Werkstattarbeiten unkompliziert halten. Aluminium ist hier also nicht einfach die günstigere Alternative zu Carbon, sondern Teil des „Real‑World“-Ansatzes: robust, servicefreundlich und auf viele Trail-Tage ausgelegt.
Durok Comp, Pro oder Ultra?
Rahmen, 150 Millimeter Federweg und die entnehmbare 800‑Wh‑Batterie bilden laut Raymon bei allen Varianten den gemeinsamen Kern. Die Abstufung findet über Schaltung, Komponentenpaket und Preis statt. Die offiziellen Modellbezeichnungen zeigen die Richtung klar:
| Modell | Schaltung | Preis | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Durok Comp | Shimano Deore, 11‑fach | 3.999 € | Einstieg in die gemeinsame Durok-Plattform |
| Durok Pro | Shimano XT, 11‑fach | 4.699 € | Höherwertige mechanische Trail-Ausstattung |
| Durok Ultra | SRAM S1000 AXS, 12‑fach | 5.699 € | Elektronische Top-Ausstattung der Baureihe |
Das Raymon Durok Comp in Black/Galaxy bildet den Einstieg. Eine Stufe darüber steht das Raymon Durok Pro in Raw Alloy. Für die Auswahl sollte nicht allein der Preis entscheiden: Bremsen, Fahrwerk, Schaltung, Laufräder und die konkrete Motorvariante müssen zum Einsatzgebiet passen.
Avinox Ride App: Leistung lässt sich anpassen
Über die Avinox Ride App lassen sich Unterstützungsstufe, maximales Drehmoment, Anfahrhilfe und Motor-Overrun anpassen. Auch das Datenlayout auf dem Display kann verändert werden. Dazu kommen digitale Sperre, Alarm und GPS-Ortung. Das ist kein Ersatz für ein gutes mechanisches Schloss, erweitert aber die Kontrolle über Bike und Fahrverhalten.
Spannend ist vor allem die Abstimmung: Ein Motor mit hoher Spitzenleistung muss nicht immer aggressiv reagieren. Über die App kann die Charakteristik auf mehr Reichweite, feinere Dosierung oder stärkere Reserven zugeschnitten werden. Gerade auf technischen Trails zählt kontrollierbarer Vortrieb meist mehr als ein möglichst großer Maximalwert.
Tretmaschine-Einordnung
Das Raymon Durok 2027 ist dann besonders schlüssig, wenn ein starkes E‑MTB häufig gefahren, praktisch geladen und langfristig gut gewartet werden soll. Der entnehmbare Akku löst ein echtes Alltagsproblem. Der Aluminiumrahmen passt zu Fahrern, die Robustheit und Servicefreundlichkeit höher gewichten als ein möglichst niedriges Gesamtgewicht.
- Durok ansehen, wenn 150 Millimeter Federweg, hoher Antriebsschub und ein herausnehmbarer Akku zusammengehören sollen.
- Comp wählen, wenn die gemeinsame Plattform im Vordergrund steht und ein solides Ausstattungspaket genügt.
- Pro oder Ultra prüfen, wenn Fahrwerk, Schaltung und weitere Komponenten regelmäßig auf anspruchsvollen Trails gefordert werden.
- Nicht nur Daten vergleichen: Rahmengröße, Schwerpunkt, Motorabstimmung und Fahrgefühl lassen sich am besten bei einer persönlichen Beratung mit Probefahrt beurteilen.