E‑MTB Neuheit 2027 · Modellvergleich
Vier Raymon Tarok 2027 stehen auf derselben 160/150‑mm-Plattform, doch beim Comp beginnt die Familie technisch anders als bei Pro, Ultra und Ultimate. Wir klären, wo sich Motor, Rahmen, Fahrwerk und Gewicht wirklich ändern – und welche Stufe für wen sinnvoll ist.
Was alle Raymon Tarok 2027 gemeinsam haben
Die Tarok-Familie ist als Full-Power-Trailbike angelegt: 160 Millimeter Federweg vorn, 150 Millimeter hinten und ein Mullet-Laufradsetup mit 29 Zoll vorn und 27,5 Zoll hinten. Das größere Vorderrad zielt auf Laufruhe und Überrollverhalten, das kleinere Hinterrad auf Agilität und Freiraum in steilem Gelände.
In jedem Modell steckt eine fest integrierte Avinox FP700-Batterie mit 700 Wh. Wer zwischen den Ausstattungen wechselt, kauft also nicht mehr Reichweitenkapazität. Auch Federweg und Grundkonzept bleiben gleich. Die Kaufentscheidung fällt deshalb vor allem bei Motorabstimmung, Rahmenmaterial des Hinterbaus, Fahrwerk, Bremsen, Schaltung und Laufrädern.
Comp, Pro, Ultra und Ultimate im direkten Vergleich
| Modell | Rahmen | Motor | Gewicht | Fahrwerk | Schaltung | Herstellerpreis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tarok Comp | Carbon-Hauptrahmen, Aluminium-Hinterbau | Avinox M2, 125 Nm, bis 1.100 W | 23,4 kg | RockShox Psylo Silver RC / Deluxe | Shimano Cues, 11-fach | 5.299 € |
| Tarok Pro | HSC-Vollcarbon | Avinox M2S, 150 Nm, bis 1.500 W | 22,3 kg | RockShox Psylo Gold RC / Deluxe | Shimano Deore XT Linkglide, 11-fach | 5.999 € |
| Tarok Ultra | HSC-Vollcarbon | Avinox M2S, 150 Nm, bis 1.500 W | 22,0 kg | RockShox Lyrik Select+ / Super Deluxe | SRAM S1000 Eagle Transmission AXS, 12-fach | 7.999 € |
| Tarok Ultimate | HSC-Vollcarbon | Avinox M2S, 150 Nm, bis 1.500 W | 20,4 kg | FOX 36 Factory Grip X2 / Float X Factory | SRAM X0 Eagle Transmission AXS, 12-fach | 9.999 € |
Die Preise sind die auf den offiziellen Raymon-Seiten genannten Herstellerpreise, abgerufen am 12. September 2026. Aktuelle Shoppreise können davon abweichen.
Tarok Comp: günstigster Einstieg, aber nicht dieselbe Basis
Das Raymon Tarok Comp ist nicht einfach das Pro mit preiswerteren Anbauteilen. Sein Hauptrahmen besteht aus Carbon, der Hinterbau aus Aluminium. Dazu kommt der Avinox M2 mit maximal 125 Nm und bis zu 1.100 Watt Spitzenleistung. Die drei höheren Stufen nennt Raymon mit 150 Nm und bis zu 1.500 Watt.
Auch das Fahrwerk ist klar auf den Einstieg ausgelegt: RockShox Psylo Silver RC und Deluxe-Dämpfer treffen auf Shimano Cues mit elf Gängen, Tektro Orion Vierkolbenbremsen und Raymon-Laufräder. Mit 23,4 Kilogramm ist das Comp das schwerste Tarok. Es behält aber Federweg, Mullet-Konzept und 700-Wh-Akku der Familie.
Passt, wenn: Du das Tarok-Fahrkonzept möglichst günstig suchst und weder das letzte Kilogramm noch die maximale Motorstufe kaufentscheidend sind.
Tarok Pro: der große technische Sprung
Beim Raymon Tarok Pro wechseln gleich mehrere Grundlagen: Vollcarbon statt Carbon-Aluminium-Mix, 150 statt 125 Nm und 22,3 statt 23,4 Kilogramm. Die Psylo Gold RC ist höher positioniert als die Silver des Comp; geschaltet wird mit Shimano Deore XT Linkglide, gebremst mit Deore-Vierkolbenanlagen und 203-Millimeter-Scheiben.
Auf Basis der Raymon-Preise beträgt der Abstand zum Comp 700 Euro. Dafür ändern sich nicht nur Komfortteile, sondern Rahmen, Motorstufe, Gewicht und mehrere belastete Funktionsgruppen. Innerhalb der Familie ist das der deutlichste Technologiesprung pro zusätzlichem Euro.
Passt, wenn: Du die volle Tarok-Antriebsstufe und den Vollcarbonrahmen willst, bei Funk-Schaltung, High-End-Laufrädern und Factory-Fahrwerk aber bewusst verzichten kannst.
Tarok Ultra: mehr Kontrolle und Komfort, kaum weniger Gewicht
Das Raymon Tarok Ultra behält Motor, Akku und Vollcarbonrahmen des Pro. Der Mehrpreis fließt vor allem in RockShox Lyrik Select+ und Super Deluxe, Magura Gustav Elite Bremsen, DT Swiss H1900 Laufräder sowie die drahtlose SRAM S1000 Eagle Transmission AXS. Raymon nennt außerdem den Avinox Fast Charger als Serienausstattung und eine Ladezeit von 0 auf 80 Prozent in 1 Stunde 24 Minuten.
Auf der Waage beträgt der Unterschied zum Pro laut Hersteller nur 300 Gramm. Das Ultra ist deshalb keine Leichtbau-Stufe, sondern ein Funktions-Upgrade: belastbareres Fahrwerk, andere Bremsanlage, elektronische Schaltung, Laufrad-Upgrade und schnelleres Laden.
Passt, wenn: Du häufig anspruchsvolle Trails fährst und genau diese Komponenten aufwerten würdest – nicht, wenn dein Hauptziel möglichst wenig Gewicht ist.
Tarok Ultimate: Leichtbau und Top-Komponenten
Beim Raymon Tarok Ultimate sinkt das Herstellergewicht auf 20,4 Kilogramm. Gegenüber dem Ultra sind das 1,6 Kilogramm weniger. Dazu kommen FOX 36 Factory mit Grip-X2-Dämpfung und Float X Factory, SRAM X0 Eagle Transmission AXS, Maven Silver Bremsen, Carbonlaufräder, Carbonlenker, FOX Transfer Factory Sattelstütze und ein Sattel mit Titanstreben.
Motor und Akku werden gegenüber Pro und Ultra nicht stärker oder größer. Der Aufpreis steckt in Gewicht, Fahrwerksniveau und hochwertigen Komponenten. Raymon nennt für das Ultimate außerdem eine Kategorie-4-Freigabe für technisch anspruchsvolles Gelände und Sprünge bis 1,20 Meter.
Passt, wenn: Du ein möglichst leichtes Full-Power-Tarok mit Top-Fahrwerk und Carbonlaufrädern suchst und diese Ausstattung nicht erst später nachrüsten möchtest.
Die feste 700-Wh-Batterie ist eine echte Einsatzgrenze
Alle vier Tarok-Ausführungen nutzen die FP700-Batterie fest im Rahmen. Das sorgt für ein schlankes Unterrohr und eine klar definierte Rahmenkonstruktion, schränkt aber das Laden und Lagern ein: Das Bike muss zum Ladeplatz passen; ein schneller Akkuwechsel unterwegs ist nicht vorgesehen.
Wer den Akku regelmäßig aus einem Keller oder Fahrradraum in die Wohnung tragen muss, sollte dieses Detail vor dem Kauf höher gewichten als Schaltung oder Fahrwerksfinish. In der aktuellen Raymon-Familie verfolgt das Durok 2027 mit entnehmbarem 800-Wh-Akku genau den anderen Ansatz – allerdings mit Aluminiumrahmen und einem eigenständigen Einsatzprofil.
Tretmaschine-Einordnung
Für viele Fahrer ist das Pro der sachlich stärkste Schritt: Es beseitigt die beiden grundlegenden Unterschiede des Comp – Aluminium-Hinterbau und 125-Nm-Abstimmung – und spart zugleich 1,1 Kilogramm. Das Ultra lohnt sich nicht wegen des Gewichts, sondern wenn Lyrik/Super Deluxe, Gustav-Bremsen, AXS-Schaltung, DT-Swiss-Laufräder und Fast Charger wirklich auf der Wunschliste stehen.
Das Ultimate ist die konsequente Leichtbau- und Topkomponenten-Wahl. Seine 20,4 Kilogramm sind für ein Full-Power-Bike bemerkenswert, bringen aber keine zusätzliche Akku- oder Motorleistung gegenüber Pro und Ultra. Das Comp bleibt der Preis-Einstieg – technisch ist es jedoch mehr als nur eine günstigere Ausstattung.
- Comp: niedrigster Einstiegspreis, 125 Nm und Carbon-Aluminium-Rahmen.
- Pro: Vollcarbon, 150 Nm und der größte technische Sprung innerhalb der Familie.
- Ultra: stärkeres Fahrwerk, Bremsen, AXS und Fast Charger statt Leichtbau.
- Ultimate: 20,4 Kilogramm, Factory-Fahrwerk und Carbonlaufräder ohne zusätzliches Motor-Plus.